Woran liegt es?!

Die Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches sind
vielschichtig und kein Einzelfall. Jedes zehnte deutsche
Paar bleibt aus unterschiedlichen Gründen ungewollt
kinderlos und wendet sich an entsprechende Experten.

Der monatliche Zyklus der Frau ist ein komplexer Vorgang. Einerseits entscheidet er über die Fruchtbarkeit, andererseits ist er für Gesundheit und Wohlbefinden der Frau von entscheidender Bedeutung.

Unter dem Menstruationszyklus versteht man den periodischen Wechsel im Körper der Frau, der in den Jahren zwischen Pubertät und Wechseljahren in etwa monatlich auftritt. Die Phase zwischen Eisprung und Beginn der nächsten Menstruation hat eine relativ konstante Dauer von 10 bis 16 Tagen.

Gründe für unerfüllten Kinderwunsch

Die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit finden sich in zu 30% bei der Frau, zu 30% beim Mann und weitere 30% sind sogar beide Partner betroffen. Bei den restlichen 10% bleibt die Ursache der Kinderlosigkeit ungeklärt.

Paare, die ihren unerfüllten Kinderwunsch behandeln lassen möchten, sollten bestimmte Eingangsvoraussetzungen erfüllen.

Körpergewicht

Sowohl Unter- als auch Übergewicht können die Fruchtbarkeit der Frau negativ beeinflussen. Etwa jeder sechste Bundesbürger hat inzwischen Übergewicht. Das Fettgewebe verhält sich hierbei wie ein hormonproduzierendes Organ. Ein zu hoher Fettanteil im Körper der Frau wirkt sich daher auf den Zyklus aus. Frauen mit Übergewicht haben häufiger Zyklusstörungen und zwar vorwiegend verlängerte Zyklen.
Bei Männern kann Übergewicht zu Einschränkungen der Spermienqualität führen. Ein angemessenes Körpergewicht ist also eine wichtige Voraussetzung für die Fortpflanzung. Vorhandenes Übergewicht abzubauen erhöht die Chancen auf Eintritt einer Schwangerschaft – auch im Rahmen einer Kinderwunschtherapie.

Nikotinkonsum

Niemand wird heutzutage die allgemein gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens anzweifeln wollen. Auch auf die Fruchtbarkeit des Menschen wirkt sich das Rauchen nachteilig aus.
Alleine durch das Rauchen vermindert sich die natürliche Fruchtbarkeit um etwa 20 Prozent.
Raucherinnen und Raucher haben eine verlängerte Wartezeit bis zum Eintritt einer Schwangerschaft. Die Chance auf Eintritt einer Schwangerschaft ist auch im Rahmen einer Kinderwunschtherapie vermindert. Während einer Schwangerschaft ist das Risiko für Fehlgeburten und Mangelentwicklung des Kindes bei Raucherinnen gesteigert.

Raucherinnen kommen früher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen. Auch ist die Spermienbeweglichkeit bei männlichen Rauchern herabgesetzt. Daher ist es sinnvoll, das Rauchen bereits vor dem Beginn einer Kinderwunschtherapie einzustellen.

Alter

Die natürliche Fruchtbarkeit der Frau nimmt bereits nach dem 30. Lebensjahr ab, nach dem 35. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit stetig und reduziert sich ab dem 40. Lebensjahr dramatisch. Beim Mann nehmen ab einem Alter von 40 Jahren die Spermienqualität und die Samenzellanzahl ab. Es ist also ein Irrglaube, dass beim Mann das Alter keine Rolle spielt.

Stress

Grundsätzlich ist Stress nichts Schlimmes. Bei Stress werden bestimmte Hormone im Körper ausgeschüttet. Sie stoßen verschiedenste körperliche Reaktionen an. Das Herz schlägt schneller, Gehirn und Lunge werden besser versorgt, die Sinne sind geschärft. An und für sich ist das nichts Schlechtes. Das Problem entsteht erst, wenn dieser Zustand anhält.
Negative Einflüsse, die Anspannung, Angst oder Ärger hervorrufen, führen zu so genanntem Disstress. Dieser schädliche Stress hält auch während der Ruhezeiten an und beeinflusst auf Dauer das Leben negativ. Erschöpfung, Nervosität, Schlafstörungen und andere Krankheitszustände können resultieren. Der Einfluss von Disstress auf Eizellreifung und Samenbildung ist seit langem Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion – ein Zusammenhang mit hormonellen Störungen und einer verminderten Spermienbildung scheint gegeben zu sein.

Wenn negativer Stress Ihr Leben belastet, sollten Sie fachkundige Hilfe suchen. In therapeutischen Gesprächen können Sie wirksame Strategien entwickeln, mit dem Stress umzugehen. Neben einer Therapie können auch Yoga oder andere meditative Verfahren, Entspannungs- oder Atemtechniken helfen.

Bei der Frau

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum der Kinderwunsch
von Seiten der Frau unerfüllt bleiben kann.

Eizellreifungsstörung

Eine häufige Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit ist eine Störung der Eizellreifung. Der Hormonhaushalt führt bei einer derartigen Erkrankung zum Ausbleiben des Eisprunges und zu einer unzureichenden Gelbkörperhormonbildung.
Die Ursachen der Eizellreifsstörung können sehr unterschiedlich sein, in vielen Fällen liegt ein erhöhter Wert an männlichen Hormonen vor. Ebenso kann eine Störung der Schilddrüsenfunktion ein Grund sein.

Die Gründe für eine hormonelle Störung sind vielfältig. Unter- oder Übergewicht, exzessiver Sport, Medikamente und Stress beeinflussen das hormonelle Gleichgewicht und können ein Auslöser sein. Deutlich seltener liegen eine genetische Auffälligkeit oder eine Tumorerkrankung zu Grunde.

Schädigung der Eileiter

Deutlich häufiger als beispielsweise Störungen im Gebärmutterhals und im Gebärmutterkörper sind Schädigungen der Eileiter Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch.
Schädigungen der Eileiter treten als Verschlüsse der Eileiter, eine Beweglichkeitseinschränkung der Eileiter oder eine Schädigung der Eileiterschleimhaut auf. Das Resultat ist eine Störung des Transportes von Ei- und Samenzellen.

Häufigste Ursachen für eine Schädigung der Eileiter sind Infektionen, Endometriose, Verwachsungen, Voroperationen oder auch Eileiterschwangerschaften.

Endometriose

Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologische Erkrankung, welche jedoch als gutartig eingestuft wird. Etwa zehn Prozent aller Frauen erkranken zwischen der Pubertät und den Wechseljahren daran.
Man versteht unter einer Endometriose eine schmerzhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Ursachen dieser Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Häufige Symptome einer Endometriose sind Unterbauchschmerzen, schmerzhafte Blutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ebenso finden sich bei den Betroffenen nicht selten Probleme beim Schwangerwerden – hier können organische Veränderungen oder Milieustörungen der Bauchhöhlenflüssigkeit verantwortlich sein.

Die Diagnose einer Endometriose wir häufig erst durch eine Bauchspiegelung gestellt.

Uterus myomatosus

Bei dem so genannten Uterus myomatosus handelt es sich um eine der häufigsten Erkrankungen der Gebärmutter. Hier bilden sich in der Muskulaturwand der Gebärmutter sogenannte Myome, gutartige Geschwulste bzw. Wucherungen.
Die Ursachen eines Uterus myomatosus sind bis heute nicht umfassend geklärt.

Die häufigsten Symptome des Uterus myomatosus sind ein Druckgefühl im Unterleib, besonders auf Darm und Blase, Blutungsstörungen oder auch Kreuzbeschwerden.

Eine bösartige Entartung ist selten. Ob Myome die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, hängt im wesentlichen von Anzahl, Größe und Lokalisation ab.

Fehlbildung der Gebärmutter

Eine Fehlbildung von Gebärmutter, Eileitern oder Eierstöcken sind seltene gynäkologische Erkrankungen. Häufig handelt es sich um angeborene Fehlbildungen.
Frauen mit einer Fehlbildung der Gebärmutter müssen eher mit Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt rechnen als andere Frauen. Auch können Fehlbildungen der Gebärmutter, je nach ihrer Ausprägung, den Eintritt einer Schwangerschaft verhindern.

Antikörper gg. Eizellen oder Spermien

Eine seltene Erkrankung der Frau ist eine Bildung von Antikörpern gegen Eizellen, Spermien oder auch andere Körperzellen. Diese können die Möglichkeit auf Eintritt oder Austragen einer Schwangerschaft negativ beeinflussen.
Spermien werden durch diese Antikörper am Aufsteigen in die Eileiter gehemmt, so dass keine Befruchtung eintritt. Noch seltener ist die Bildung von Antikörpern gegen die eigenen Eizellen.

Die Vielfalt möglicher Antikörper verhindert eine einfache allgemeingültige Aussage zur deren Ursachen oder auch ihrer Bedeutung. Viele Fragen in Diagnostik und Therapie sind beim aktuellen Stand der medizinischen Forschung unbeantwortet.

Beim Mann

Wie auch bei Frauen, so gibt es auch bei Männern verschiedene Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch eines Paares.

Hodenhochstand (Maldescensus testis)

Der Hodenhochstand ist häufigste angeborene Fehlbildung des männlichen Genitaltraktes. Bei 1-5% der männlichen Neugeborenen liegt der Hoden nicht im Hodensack, sondern in der Leiste. Bei Frühgeborenen ist die Wahrscheinlichkeit eines Hodenhochstands sogar bei bis zu 30%. Aufgrund dieser Tatsache kommt es zur Überwärmung des Hodengewebes als auch zu starkem Druck auf den Hoden. Einschränkungen der Spermienqualität sind die häufige Folge.

Verschlossener Samenleiter

Die Störung des Spermientransportes ist eine weitere Ursache für eine ungewollte Kinderlosigkeit eines Paares.
Im Fall einer derartigen Störung werden zwar ausreichend viele bewegliche Spermien gebildet, sie können jedoch auf Grund blockierter Samenleiter beim Samenerguss nicht aus dem Körper austreten.
Ursache für eine Störung des Spermientransportes können fehlgebildete oder verklebte Nebenhodengänge sein. Dies geschieht beispielsweise nach einer Entzündung.
Eine Diagnose sowie die passende Therapie erfolgen durch einen spezialisierten Urologen.

Der Hauptgrund für verschlossene Samenleiter ist der operative Eingriff der Sterilisation bei z.B. erfülltem Kinderwunsch mit der ersten Partnerin.Dieser Eingriff sollte unserer Meinung nach nicht vor dem 50. Lebensjahr eines Mannes durchgeführt werden. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass der Wunsch nach einem weiteren Kind in einer neuen Partnerschaft nicht unerheblich ist, besonders dann, wenn die neue Partnerin noch kinderlos ist. Die Realisierung eines erneuten Kinderwunsches ist dann oft nur noch durch die Kryo-TESE-ICSI Therapie möglich.

Klinefelter-Syndrom

Die Krankheit beruht auf einer Störung der Chromosomen-Anzahl. Die Patienten haben ein zusätzliches X-Chromosom. Dieser genetische Defekt führt zu einer deutlich verminderten Spermienanzahl, gelegentlich auch zum kompletten Fehlen von Spermien in der Samenflüssigkeit. Diese Störung kann durch Blutabnahme und anschließender Gen-Diagnostik nachgewiesen werden. 3-14% aller Männer sind davon betroffen.

Wir helfen Ihnen schon seit 25 Jahren!

Grundsätzlich gilt: Sollten Sie das Gefühl haben, es sei etwas nicht in Ordnung, dann zögern Sie nicht, sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.